Das Mattsetzen mit Springer und Läufer
Man unterscheidet zwei Verfahren: Beiden Möglichkeiten gemeinsam ist, dass der gegnerische König nur in der Ecke des Schachfeldes matt gesetzt werden kann, die der Läufer beherrscht:
1. Das Dreiecksverfahren
2. Das "W" - Verfahren
Das Dreiecksverfahren
1923 entwickelte der Franzose Daniel Deletang ein Verfahren, mit dem man "einfach" mit Springer und Läufer matt setzen kann. Grundlage des Prinzips ist die Ausbildung von Dreiecken, in dessen rechtwinkliger Ecke der gegnerische König matt gesetzt werden soll.
Das Dreieck ist abgeschlossen, wenn der Läufer auf dem 2. Feld der längsten Seite des rechtwinkligen Dreiecks (Hypotenuse) steht und der Springer auf dem vierten Feld der gleichen Reihe bzw. Linie. In der Folge wird der König jeweils in das nächst kleinere Dreieck abgedrängt, dieses geschlossen und schliesslich in der Ecke des Schachbrettes das Matt erzwungen.
An nachstehendem Beispiel wird das Dreieckverfahren erklärt, wobei Schwarz die in dieser Situation besten Züge spielt:

1.Lc2 - Ke3; 2.Kc1 - Ke2; 3.Lg6 - Ke3; 4.Kd1 - Kf2; 5.Kd2 - Kf3; 6.Kd3 - Kg4; 7. Ke3 - Kh4, 8.Kf4 - Kh3; 9.Lh5 - Kg2; 10.Ke3 - Kg3; 11.Le2 - Kh4; 12.Kf4 -Kh3; 13.Sg5+ - Kg2; 14. Se4 - Kh3; 15.Kg5 - Kg2; 16.Kg4 - Kg2; 17.Lf1 - Kg1; 18.Lh2 - Kh2; 19.Sc3 - Kg1; 20.Kg3 - Kh1; Lg2 - Lg1; Se2#
Das W-Verfahren
Den feindlichen König muss man zunächst an den Brettrand bringen. Dazu wird der Springer und eigene König benutzt, um die Felder abzuschneiden, die nicht von der Farbe des Läufers sind. Als zweiter Schritt ist der feindliche König in die Ecke des vom Läufer beherrschten Feldes zu treiben:
Die Felder a2/h2/a7/h7 sind vom Läufer abzudecken. Aus der "falschen" Ecke kann der feindliche König nur mit dem Springer vertrieben werden, er gehört demnach irgendwann nach b2/f2/f7/b7. Ab der Springerstellung auf einem dieser Felder vollzieht er einen W-förmigen Weg zwischen der 2. und 4. bzw. der 7. und 5. Reihe in Richtung der "richtigen" Ecke. Jeder andere Springerzug wäre falsch! So genannte Wartezüge werden vom Läufer gemacht, ohne Fluchtfelder zu öffnen.
Eine anschauliche Darstellung des W-Verfahrens gibt es vom "Schach-Magier" hier und von der Schach-AG des Berliner Herder-Gymnasiums hier.
