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Der Titel "Schachweltmeister" ist die höchste Auszeichnung für Schachspieler.

Der Austragungsmodus der Weltmeisterschaften bei den Herren wurde erstmals 1948 nach dem Tod des Titelinhabers Alexander Aljechin von einem Zweikampf um die Schachkrone auf ein Rundenturnier mit mehreren Teilnehmern umgestellt. Danach wurde der Titel wieder über Zweikämpfe ausgespielt, wofür sich die Titelaspiranten über Zonenturniere, Interzonenturniere und Kandidatenturniere qualifizieren mussten. Nur bei der WM 2007 wurde der Weltmeister ausnahmsweise nochmal durch ein Rundenturnier ermittelt.

Zwischen 1993 und 2006 gab es konkurrierende Titelträger des Schachverbands "FIDE" (gegründet 1924) und der "Professional Chess Association (PCA)", die 1993 von Garri Kasparow und Nigel Short zur Vermarktung und Organisation ihrer Schachweltmeisterschaft gegründet wurde. Während dieser Zeit führte die FIDE Weltmeisterschaften durch, deren Sieger jedoch kaum als Weltmeister galten. Informationen über diesen Streit sind der Wikipedia zu entnehmen.

Um die weltbesten Spieler vor Einführung der offiziellen Weltmeisterschaftskämpfe zu benennen, muss bis in das 15. Jahrhundert zurück geblickt werden. Spanien, Italien, Schottland, England und Frankreich waren Hochburgen des modernen Schachs. Namen wie François-André Danican Philidor (1745–1795), Alexandre Deschapelles (1804–1820), Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais (1820–1840), Howard Staunton (1843) lösten einander als "weltbeste" Spieler ab. Staunton war es auch, der sich maßgeblich für die Durchführung eines der ersten internationalen Schachturniere einsetzte. Dieses Turnier fand anlässlich der Weltausstellung 1851 in London statt. Überraschend gewann nicht der englische Vorkämpfer, sondern es siegte der bis dahin gänzlich unbekannte Deutsche Adolf Anderssen aus Breslau, der dabei im Halbfinale auch den direkten Vergleich gegen Staunton mit 4:1 für sich entschied. Anderssens Sieg ließ ihn nun in der Schachwelt als weltbesten Spieler gelten. 1858 spielte Anderssen in Paris einen Wettkampf gegen den US-Amerikaner Paul Morphy. Morphy errang einen glänzenden Sieg, der Amerikaner beendete allerdings bald danach seine Schachkarriere, so dass Anderssen nun wieder als führender Meister der Welt galt. Nachdem der Österreicher Wilhelm Steinitz 1866 Anderssen in einem in London gespielten Wettkampf bezwungen hatte, galt er als unbestritten bester Spieler der Welt.


Offizielle Weltmeister
Nach seinem überwältigenden Sieg beim großen Internationalen Turnier in London 1883 (vor Steinitz) betrachtete sich Johannes Hermann Zukertort als Champion of the World und forderte Steinitz’ Führungsanspruch heraus. Die Schachwelt erwartete einen Zweikampf dieser Rivalen und bekam ihn: Durch seinen 12,5:7,5-Sieg (+10, -5, =5) über Zukertort im Wettkampf vom 11. Januar bis zum 29. März 1886 gilt Wilhelm Steinitz allgemein als der 1. Schachweltmeister.

  1. Wilhelm Steinitz, geboren am 14. Mai 1836 in Prag, Kaiserreich Österreich (heute Tschechien). Er war ein bedeutender österreichischer und ab 1988 US-amerikanischer Schachspieler und erster offiziell anerkannter Schachweltmeister (1886–1894). Am 12. August 1900 starb er mit 64 Jahren in New York. Das erste Preisgeld 1886 von 800 Englischen Pfund wurde gleichmäßig aufgeteilt. 1891 gab es bereits 3.000 $.
     
  2. Emanuel Lasker, geboren am 24. Dezember 1868 in Berlinchen in Preußen (heute Polen). Er war der zweite offizielle, bis heute langjährigste und einzige deutsche Schachweltmeister (1894–1921). 1937 flüchtete er in die USA. Am 11. Januar 1941 starb er mit 72 Jahren in New York.
     
  3. José Raúl Capablanca (José Raúl Capablanca y Graupera), geboren am 19. November 1888 in Havanna / Kuba. Er war ein kubanischer Diplomat, Schachspieler und der dritte offizielle Schachweltmeister (1921–1927), der von etwa 600 Turnierpartien (1913–1927) nur fünf verlor. Am 8. März 1942 starb er mit 53 Jahren in New York. Capablanca gewann 1921  +4 -0 =10, aber bekam nur 12.000 $. Lasker erhielt 13.000 $.
     
  4. Alexander Aljechin (Alexander Alexandrowitsch Aljechin), geboren am 31. Oktober 1892 in Moskau. Er war ein russischer und ab 1921 französischer Schachspieler und vierter offizieller Schachweltmeister (1927–1935, 1937–1946). Am 24. März 1946 starb er mit 53 Jahren in einem Hotel in Estoril / Portugal, begraben wurde er in Paris. 1927 betrug das Preisgeld 10.000 $. Alekhine gewann das Spiel +6 -3 = 25, aber Capablanca erhielt ein Auszahlunganteil von 2.000 $.
     
  5. Max Euwe (Machgielis Euwe), geboren am 20. Mai 1901 in Amsterdam / Niederlande. Er war ein niederländischer Schachspieler, fünfter offizieller Schachweltmeister (1935–1937) und Präsident des Weltschachbundes FIDE (1970-1978). Am 26. November 1981 starb er mit 80 Jahren in Amsterdam. Euwe gewann das Spiel +9 -8 = 13 und die insg. 10.000 $.
     
  6. Michail Botwinnik (Michail Moissejewitsch Botwinnik), geboren am 17. August 1911 in Kuokkala (heute Repino, Sankt Petersburg) / Russland. Er war ein russisch-sowjetischer Schachspieler, der als dreifacher Schachweltmeister (1948–1963), Schachautor und -lehrer sowie Pionier der sowjetischen Schachschule und des Computerschachs als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts im Schachsport gilt. Am 5. Mai 1995 starb er in Moskau mit 83 Jahren.
     
  7. Wassili Smyslow (Wassili Wassiljewitsch Smyslow), geboren am 24. März 1921 in Moskau. Er war ein russisch-sowjetischer Schachspieler und siebter offizieller Schachweltmeister (1957–1958). Am 27. März 2010 starb er mit 89 Jahren in Moskau.
     
  8. Michail Tal (Michail Nechemjewitsch Tal), geboren am 9. November 1936 in Riga / Lettland. Er war ein lettischer bzw. sowjetischer Schachspieler und achter offizieller Schachweltmeister (1960–1961). Am 27. Juni 1992 starb er mit 55 Jahren in Moskau.
     
  9. Tigran Petrosjan (Tigran Wartanowitsch Petrosjan), geboren am 17. Juni 1929 in Tiflis in der Georgischen SSR, Sowjetunion (heute Georgien). Er war ein sowjetischer Schachspieler, Schach-Großmeister und neunter offizieller Schachweltmeister (1963–1969). Am 13. August 1984 starb er mit 55 Jahren in Moskau. In dieser Ära der sowjetischen Dominanz war die Weltschachmeisterschaft eine innere Angelegenheit. Petrosian erhielt nur einen 2.000 $ Bonus für den Gewinn.
     
  10. Boris Spasski (Boris Wassiljewitsch Spasski), geboren am 30. Januar 1937 in Leningrad (heute Sankt Petersburg) in der Russischen SFSR, Sowjetunion (heute Russland). Er ist ein russischer, ab 1976 französischer Schachmeister und zehnter offizieller Schachweltmeister (1969–1972).
     
  11. Bobby Fischer (Robert James Fischer), geboren am 9. März 1943 in Chicago, Illinois / USA. Er war ein US-amerikanischer Schachspieler und der elfte offizielle Schachweltmeister (1972–1975). Am 17. Januar 2008 starb er in Reykjavík, Island, mit 64 Jahren. Bobby Fischer brachte der Weltschachmeisterschaft beispielloses Interesse und Geld. Neben der gigantischen Geldbörse forderte Fischer - und erhielt - 30 Prozent. Fischer gewann natürlich das Spiel +7 -3 = 11 und den Siegeranteil von 156.250 $.
     
  12. Anatoli Karpow (Anatoli Jewgenjewitsch Karpow), geboren am 23. Mai 1951 in Slatoust, Tscheljabinsk in der Russischen SFSR, Sowjetunion (heute Russland). Er ist ein russischer Schachspieler, der u. a. als zwölfter offizieller Schachweltmeister (1975–1985), FIDE-Weltmeister (1993–1999) und mit über 100 Turniersiegen für über drei Jahrzehnte zur Weltspitze seiner Sportart zählte. Karpow bekam 350.000 $ für den Gewinn des Spiels +6 -5 = 21.
     
  13. Garri Kasparow (Garri Kimowitsch Kasparow), geboren am 13. April 1963 in Baku in Aserbaidschan. Er ist ein ehemaliger russischer Schachspieler, 14. offizieller Schachweltmeister (1985–2000) und Gründer der russischen Oppositionsbewegung „Solidarnost“. Kasparov gewann das Match +4 -3 = 17 und 1,875 Millionen $ Siegeranteil. 1995 gab es für Kasparow 1 Million $ für das Spiel gegen Anand +4 -1 =13.


    Als Folge des Streits zwischen der FIDE und der PCA errangen in den Folgejahren Alexander Chalifman (Russland), FIDE: 1999–2000; Ruslan Ponomarjow (Ukraine), FIDE: 2002–2004; Rustam Kasimjanov (Usbekistan), FIDE: 2004–2005, und Wesselin Topalow (Bulgarien), FIDE: 2005–2006, den zweifelhaften Titel "Weltmeister".

     
  14. Wladimir Kramnik (Wladimir Borissowitsch Kramnik), geboren am 25. Juni 1975 in Tuapse, Krasnodar in der Russischen SFSR, Sowjetunion (heute Russland). Er ist ein russischer Schachspieler und 14. offizieller Schachweltmeister (2000–2007). Kramnik schockiert Kasparov und die Welt und gewann 1,33 Millionen $ für seine +2 -0 = 13 Leistung.
     
  15. Viswanathan Anand wurde am 11. Dezember 1969 in Madras (heute Chennai), Tamil Nadu in Indien geboren. Er ist ein indischer Schachspieler, FIDE-Weltmeister (2000–2002) und 15. offizieller Schachweltmeister (2007–2013). Die Preisverleihung wurde so arrangiert, dass sie gleichmäßig auf 500.000 Dollar aufgeteilt wurde, unabhängig vom Ergebnis und angemessen genug, gewann Kramnik das Spiel beim Tiebreak gegen Topalov. 2008 behauptete Anand den Titel gegen Kramnik, indem er +3 -1 = 7 gewann. Jeder Spieler nahm 950.000 $ mit nach Hause. 2010 verteidigte Anand seinen Titel gegen Topalov +3 -2 = 7 und gewann 1,68 Millionen von 2,8 Mio $. 2012 gewann Ananad das Match im Tiebreak gegen Gelfand und erhielt 1,53 Millionen $. Ihm wurde auch ein 400.000 $ Bonus von der indischen Regierung gewährt.
     
  16. Magnus Carlsen (Magnus Øen Carlsen), geboren am 30. November 1990 in Tønsberg in Norwegen. Er ist ein norwegischer Schachspieler, Schachgroßmeister und 16. offizieller Schachweltmeister (seit 2013), dessen Spielstärke-Wertung (Elo-Zahl) seither Rekorde brach. 2013 gewann Carlsen den Titel und 1.5 Millionen Dollar von 2,5 Mio $ mit +3 -0 =7. Das Match Carlsen - Anand 2014 brachte Carlsen 750.000 $ und dem Verlierer Anand 500.000 $. Der Preisfonds 2016 betrug eine Million Dollar, von denen 600.000 Dollar an Carlsen gehen. Karjakin darf sich mit 400.000 Dollar über den verpassten WM-Gewinn hinwegtrösten.

     

Schachpartien, die Schachgeschichte schrieben, sind immer wieder das Nachspielen wert.

Die Tabelle der durch obigen Link aufgerufenen Schachpartien lässt sich durch Anklicken eines Spaltenkopfs sortieren. Ein Klick auf eine Zeile öffnet ein neutrales neues Fenster mit der entsprechenden Partie.

Warum die Partien so viel Berühmtheit erlangten, ist in der Wikipedia nachzulesen. Wie die Spielstärke der Altmeister, also ihr ELO-Rating zur heutigen Zeit einzustufen ist, zeigen die Seiten chessmetrics und Edo Historical Chess Rating. Danach brauchen sich z. B. Morphy, Steinitz, Lasker, Capablanca und viele andere nicht hinter dem heutigen Weltmeister zu verstecken!

Wer nach weiteren Partiesammlungen sucht, sollte sich unsere Linkliste anschauen.

Zitat

Es gibt keine guten und schlechten Spieler. Es gibt nur gute oder schlechte Spieler. (Adolph Anderssen)

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